Aktuelles aus dem Verein

02.05.2012

Sylvie Schenk liest


aus ihrem neuen Roman „Der Gesang der Haut“

Nicht zu Unrecht wird Sylvie Schenk als eine der großen Autoren der Gegenwartsliteratur bezeichnet. Zwar wirkt sie klein und bescheiden bei ihrer Lesung aus ihrem zuletzt erschienenen Roman „Der Gesang der Haut“, aber mit ihrer Art des Erzählens zieht sie schon recht schnell die Zuhörer in ihren Bann. Psychologisch geschickt erzählt sie die Geschichte eines alternden Arztehepaars, das in einer Konflikt beladenen Ehe lebt. Durch das Eindringen der jungen Schwarzafrikanerin Moira in diese Beziehung, gerät ihr Leben ins Wanken. Schnell wird klar, in welcher Scheinwelt der bürgerlichen Ordnung dieses Paar lebt. Sylvie Schenk versteht es meisterhaft, mit geschickten Dialogen Spannung zu erzeugen. Immer wieder wird sie in kurzen Unterbrechungen musikalisch von Heribert Leuchter mit seinem Saxophon begleitet, dessen Musik das Geheimnisvolle treffend unterstreicht. Ein kurzer Dialog zwischen beiden, der die Begegnung zwischen Moira und dem jungen Viktor, dem Nachfolger des alten Dermatologen schildert, ist bühnenreif, man könnte sich eine Fortsetzung als Kammerspiel gut vorstellen.

Sylvie Schenk hat mit ihrer brillanten Art des Erzählens neugierig gemacht, wie es denn nun weitergeht mit der Geschichte. Die Spannung blieb bis zum Ende erhalten und machte neugierig auf diesen Roman. Mit herzlichem Applaus wurden beide Interpreten vom Publikum verabschiedet.